Kennst du schon die „Indexierungs-Lücken“ bei Ancestry?

Stell dir vor, Ancestry veröffentlicht Standesamtsurkunden für einen Ort, in dem deine Vorfahren lebten!

Und dann stell dir vor, du hast dort ein kostenpflichtiges Abo oder ein Probeabo oder das Glück eines kostenfreien Schnupperangebots.

Einer Suche steht nichts mehr im Weg.

Und stell dir nun vor, du hast eine bestimmte Person, von der du genau weißt, dass sie in eben einem dieser Orte gelebt hat und tippst hoffnungsfroh den Namen in die Suchmaske  – und findest nichts!

Wie kann das sein? Ich verrate es dir!

Der Grund dafür können Lücken in der Indexierung sein, die es gibt obwohl eigentlich der komplette Jahrgang indexiert wurde.

Wenn zu viel oder zu wenig in der Urkunde steht!

Du verstehst nicht, was ich meine? Ich spreche von Urkunden, die „anders“ aussehen, als die anderen.

Wenn „zu wenig“ auf der Urkunde steht:

Beispiel 1:

Das sind Sterbeurkunden, die nur zum Teil ausgefüllt sind –  Sterbeurkunden für Totgeburten. In die Urkunde wird nur der Name des Anzeigenden eingetragen (der nicht indexiert wird) und der Rest im Randvermerk. Diese Art von Sterbeurkunden findet man leider sehr häufig.

Beispiel 2:

Dies sind Sterbeurkunden, die gar nicht ausgefüllt sind – der gesamte Eintrag steht nur im Randvermerk. Das sind Urkunden, die aufgrund behördlicher Mitteilung entstanden sind, es mag dazu in Archiven noch polizeiliche Akten geben. In solchen Urkunden sind außergewöhnliche Todesfälle erfasst – Erhängte, Ertrunkene, Mordopfer ….

Meines Wissen nach hört diese Art der Eintragungen um 1915 auf, dann werden auch Totgeburten und außergewöhnliche Todesfälle ebenfalss direkt in die Urkunde eingetragen.

Wenn „zu viel“ auf der Urkunde steht:

Beispiel 1:

Da stehen Namenskorrekturen im Randvermerk, weil der Name der Person in der Urkunde falsch geschrieben wurde. Egal, ob wie hier nur der 2. Vorname oder noch schlimmer, der Vor- bzw. Zuname komplett falsch in der Urkunde steht, werden die Korrekturen nicht indexiert.

Beispiel 2:

Nachträgliche Anerkennung der Vaterschaft und dadurch bedingte Änderung des Familiennamens des Kindes. Auch hierzu fehlt in der Indexierung jeder Hinweis.

Ich kenne die Bestimmungen nicht, nach denen Ancestry indexiert. Aber ich freue mich über das bereitgestellte Material dort, wie in anderen Datenbanken auch. Mit ein bisschen tüfteln habe ich bis jetzt noch beinahe jede Information in den vorhandenen Digitalisaten gefunden, die ich gesucht habe.

Merke: Die Vor- und Zunamen, die ausschließlich im Randvermerk genannt werden, werden bei Ancestry niemals indexiert! Wenn man eine berechtigte Vermutung hat, dann hilft nur das Blättern von Digitalisat zu Digitalisat.

Achtung Zufallsfund: Wenn du einen Vorfahren hast , der in Berlin geboren wurde und in Neu Zittau, Kreis Beeskow-Storkow wohnte, vergebens in den dortigen Sterbeurkunde gesucht hast, dann freust du dich vielleicht – vielleicht auch nicht – über diesen Zufallsfund aus dem Sterberegister Frauendorf/ Kreis Randow, der genau aus einem dieser Gründe nicht indexiert wurde:

Der Rentier Friedrich Oskar Richard Cornelius, geboren 18. Mai 1842 zu Berlin, verheiratet mit Maria Louise Johanna Brodt, wohnhaft in Neu Zittau, Kreis Beeskow-Storkow wurde am 17. März 1898 als Leiche im Canale des Eigenthümer Wolters in Frauendorf aufgefunden.

Un dann noch ein kleiner, aber wichtiger Hinweis für Nutzer des polnischen PTG/ Genbaza:

Diese Art von Indexierungs-Lücken findet man dort im Zusammenhang mit Totgeburten nicht. Diese werden als „Kind von xy“ erfasst. Ungewöhnliche Todesfälle werden mit indexiert. Bei Namensänderungen habe ich festgestellt, dass diese (teilweise?) nicht richtig indexiert wurden.  -> Das wäre noch eingehender zu prüfen, für Hinweise in dieser Sache wäre ich dankbar!!!!

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