Wie ich einen US-Census kostenfrei durchsuche

FamilySearch arbeitet seit geraumer Zeit auch mit kostenpflichtigen Partnerseiten (z. B. Ancestry, Fold3) zusammen. Wenn ich auf der Suche nach meinen Auswanderern Census-Daten suchen möchte, fällt mir das gelegentlich auf. Was grundsätzlich gut ist, denn so spare ich Zeit und da diese Daten indexiert sind auch Geld. Anhand eines Beispiels für den US-Census 1930 möchte ich dir gerne zeigen, wie ich dabei kostenpflichtige Seiten umgehe, um das entsprechende Digitalisat zu bekommen.

Ich rufe die Suche von FamilySearch auf und selektiere neben dem Namen bereits den (mutmaßlichen) Wohnsitz von 1930 vor. Das erspart mir bei meinen Allerweltsnamen eine Unmenge an für mich uninteressanten Funden. Natürlich kann ich auch den Wohnort offen lassen und nur den Zeitraum einschränken und dann zunächst alle Suchergebnisse durchsehen.

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Ich erhalte daraufhin eine Reihe von in Frage kommenden Ergebnissen. Rechts sehe ich zwei Symbole, ein Blatt Papier für „Details“ und eine Kamera für „Bild“. Dieses Kamera-Symbol erscheint immer dann, wenn ein Zugriff auf das Digitalisat möglich ist.

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Häufig stellt FamilySearch diese Digitalisate selbst kostenfrei zur Verfügung. Manchmal muss man sich dafür kostenfrei bei FamilySearch registrieren. Ich nutze diese Möglichkeit schon sehr lange und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.

Aber es kann mir auch passieren, dass ich auf eine kostenpflichtige Partnerseite verwiesen werde, wenn FamilySearch diese Digitalisate nicht selbst zur Verfügung stellt. In diesem Fall werde ich darauf hingewiesen, dass Gebühren anfallen können.

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Für die Suche in einem Census gibt es glücklicherweise einen legalen, kostenfreien Weg, an die entsprechende Information zu kommen!

Und das geht so:

Statt auf das Kamera-Symbol klicke ich auf das Blatt-Symbol für „Details“ und finden hier die indexierten Angaben zur Person. Unten stehen eine Reihe von Angaben zur Referenz, die nun für das Aufspüren des Census-Blattes wichtig sind.

Wir merken uns folgende Angaben:
Ereignisort, hier: Sheboygan, Wisconsin
Bezirk, hier: 0023
Blatt-Nr. und Buchstaben, hier: 6A
Haushalt-Nr., hier: 157
Zeilennummer, hier: 45
Aufnahmenummer, hier: 00017

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Ich verlasse nun FamilySearch bzw. öffne einen weiteren Tab und besuche die Seite Internet Archive, eine digitale Bibliothek aus San Francisco, Kalifornien.

Dort gebe ich in das Suchfeld zunächst den Ereignisort und zwar hiervon nur den County und den Bundestaat, aber nicht den Ort selbst an. Außerdem selektiere ich hier bereits auf den Census 1930.

finde Census 1930 (3a)

Mir werden daraufhin alle Ergebnisse angezeigt, die der Suchanfrage entsprechen, hier sind es zwei Ergebnisse, denn die Aufnahmen stammen von Mikrofilmrollen und der Census von Sheboygan, Wisconsin wurde auf zwei Mikrofilme aufgeteilt.

Zur Selektierung der richtigen Filmrolle benötige ich nun die Bezirk-Nr, im Englischen Enumeration District, hier kurz ED. In dieser Suche hier ist es die ED-Nr. 23, ich klicke also auf den hier angezeigten ersten Film der die Bezirke 23-51 abgedeckt.

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Zunächst sieht man dann viel schwarzes Nichts, den Beginn des Mikrofilms und vergrößert sich das Bild auf Vollbildschirm.

finde Census 1930 (5)

Unten erscheint dann eine Reihe von Symbolen. Links ein Händchen, welches eine schnelle Führung im Mikrofilm ermöglicht. Rechts kann ich einstellen, ob ich ein einzelnes Blatt (mein Favorit) oder mehrere Blätter auf einmal sehen möchte und ich kann hier die Anzeige vergrößern und mich innerhalb des Films Blatt für Blatt vor- bzw. zurückbewegen.

Da ich die Aufnahme-Nummer (hier: 17) bereits durch die Infos bei FamilySearch erfahren habe, nutze ich das Händchen links. Leider stimmt diese Angabe gelegentlich nicht ganz exakt überein, aber ist hilfreich besonders bei einer hohen Seitenzahl.

finde Census 1930 (6)

Ist der Seitentreffer nicht ganz exakt, beachte ich nun die weitere mir bereits bekannten Angabe oben rechts auf dem Censusblatt, die Blatt-Nr. (hier: 6A) und finde anhand dieser Nummer auch den gesuchten Eintrag in der entsprechenden Zeile mit der bekannten Haushalts-Nummer.

Voilà!

finde Census 1930 (7)

Nun kann es aber ja leider auch passieren, dass der Familienname falsch indexiert wurde, weil der Zählungsbeauftragte den Namen falsch verstanden oder undeutlich geschrieben hat, das Papier verblasst, das Digitalisat unscharf ist oder die Person, die indexiert hat, es aus irgendeinem anderen Grund nicht richtig lesen konnte.

Aber ich weiß aus weiteren Recherchen, dass meine gesuchte Person in dem Ort gewohnt haben muss. In diesem Fall bleibt nur eine Suche Seite für Seite in dem entsprechenden Ort. Ich kann diese Suche aber einschränken und muss nicht auf zwei Filmen suchen. Zum einen sind die Orte in alphabetischer Reihenfolge auf den Mikrofilmen zu finden, die Suche nach Ort A beginne ich also nicht auf Film 2.

Aber auch hier kann mir FamilySearch wertvolle Hilfe geben, indem ich nur nach dem Wohnort und Ereignisjahr suche, hier im Beispiel ist es der Wohnort Random Lake, Sheboygan, Wisconsin in den Jahren 1930-1930. In einem der entsprechenden Ergebnisse gehe ich dann auf Details zur Person und finde hier nun wieder unten auf dem Personenblatt die Angaben, die ich für eine Suche bei Internet Archive benötige, den Bezirk. Dann muss ich aber leider Blatt für Blatt nach meiner Person oder Familie suchen und dabei vielleicht auch ein wenig Phantasie haben muss, um den möglicherweise falsch oder undeutlich geschriebenen Namen zu finden.

finde Census 1930 (ohne Namen)

Viel Glück!

Diese Anleitung herunterladen

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2 Gedanken zu “Wie ich einen US-Census kostenfrei durchsuche

  1. Hallo Karen,

    ich bin einfach nur sprachlos und begeistert zugleich.
    Vielen herzlichen Dank für diese so unglaublich toll dargestellte Hilfe für alle Forscher.

    Diese werde ich gleich am Wochenende testen, dann werde ich bestimmt weitere Daten finden können.

    LG
    Sabine

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