Auswanderer – Erfahre den Grund, warum William Arndt so kurz nach seiner Hochzeit starb

Wenn du meinen letzten Beitrag gelesen hast, hast du dich vielleicht auch gefragt, warum William Arndt kurz nach seiner Hochzeit starb?

Williams Tod im Jahr seiner Heirat machte mich gleich stutzig, aber nur durch die Hilfe von Christine erfuhr ich, unter welch schrecklichen Umständen er gestorben war.

William Frederick Arndt wurde am 8. März 1885 in Buffalo, New York geboren. Von dort zog er mit seinen Eltern August (Gustav) und Frieda Arndt und mit seinen beiden Brüdern Robert und Ewald zunächst nach Grayson, Texas, wo er im Alter von 15 Jahren noch die Schule besuchte.

Zwischen 1900 und 1905 zog die Familie in den 19. Ward von Milwaukee, Wisconsin, der Stadtteil heißt Midtown, hier in einer Karte findest du die Lage. Leider kann ich im Census von 1905 nicht mehr zu seiner Berufsangabe entziffern, als dass er Arbeiter ist. Aber wo? Hier ein Ausschnitt aus dem Census, vielleicht kannst du es besser lesen? Dasselbe Wort taucht auch darüber noch einmal auf:

1905 Census
Detail aus dem Census 1905 Milwaukee, Wisconsin

William heiratete im April 1906, seine Braut Elsa Streich die er aus der Nachbarschaft kannte. Ihr Vater Hermann Streich stammte aus Dargislaff, Kreis Greifenberg und auch ihre Mutter Auguste Tietz war in Pommern geboren.

Waldheim’s Furniture, ein großes Möbelhaus in Milwaukee, bot am Tag von Williams Hochzeit passend zur Gründung einer Familie Kinderwagen an.

Kinderwagen
Im Sommer des Jahres zog Waldheim’s an seinen neuen Standort, die Neueröffnung  in dem stattlichen Gebäude wurde groß gefeiert.

Waldheims neuer Standort
Anzeige zur Neueröffnung in The Milwaukee Journal v. 6.7.1906, via Google News. Zum Vergößern bitte auf das Bild klicken!

In diesem Kaufhaus arbeitete William im Oktober 1906, wo sich am frühen Abend des
11. Oktober ein entsetzliches Unglück ereignete.

A horrible death came to an employee of the Waldheim Furniture company Thursday night when he was crushed between a rising sidewalk elevator and a door in the sidewalk which he could not open. William Arndt, twenty-three years old, who recently married and was living at 2227 Galena street, was found nearly dead on the elevator under the sidewalk at the company’s store on East Water street at 5:45 o’clock. The elevator moved upward and when he reached up to open the doors they would not respond to his push. He continued to try to open them until the elevator platform had come so close to the iron doors as to crush him. His moans attracted the attention of passers-by on the sidewalk and he was found and removed to the hospital about half an hour after the accident. He died at the Emergency hospital at 2:30 o’clock this morning.
(Oshkosh Daily Northwestern v. 12.10.1906)

„Einen schrecklichen Tod starb ein Mitarbeiter des Waldheim Möbelhauses am Donnerstag Abend, als er zwischen einen nach oben fahrenden Gehwegaufzug und dessen Tür im Gehweg zerquetscht wurde, die er nicht geöffnet bekam. William Arndt, 23 Jahre alt, der vor kurzem geheiratet hat und in 2227 Galena street lebte, wurde um 5.45 Uhr fast leblos im Aufzug unter dem Gehweg beim Geschäft auf der East Water street gefunden. Der Aufzug bewegte sich nach oben, er versuchte die Tür oben zu öffen, doch diese gab nicht nach. Er versuchte es immer wieder bis die Bühne der eisernen Tür so nahe kam, dass sie ihn erdrückte. Sein Stöhnen zog die Aufmerksamkeit der Passanten auf dem Bürgersteig auf sich, er wurde gefunden und etwa eine halbe Stunde nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht. Er starb in der Notaufnahme um 2:30 Uhr morgens.“

Hier ein sidewalk elevator, wie ihn William vielleicht benutzt hat. Zwischen der Laderampe, die von unten hinauf fährt und der Klappe, die sich nach oben hin zum Gehweg öffnet, bleibt kein Platz. Wenn der Mechanismus zum Öffnen dieser Klappe ausfällt, wurde man unweigerlich zerquetscht. Falls es solche Aufzüge heute noch gibt, ist inzwischen hoffentlich ein automatisches Anhalten, sobald der Aufzug auf einen Widerstand trifft, Standard.

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Otis sidewalk elevator, aus dem Buch Hydraulic, electric, steam and belt elevators, Otis Brothers & Co, via archive.org. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!

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